Voice-over: Hörfunk und Film nutzen die Möglichkeiten der zusätzlichen Tonspur

Voice-over Hörfunk und Film nutzen die Möglichkeiten der zusätzlichen Tonspur
20.04.2015

Wird ein zusätzliches Audiosignal über eine originale Tonspur gelegt, ohne das Original völlig zu verdecken, spricht man von Voice-over. Im Hörfunk wird diese Technik vor allem bei der Übersetzung von fremdsprachigen Interviews eingesetzt, aber auch die Filmbranche nutzt sie auf ihre ganz eigene Weise. Die einzelnen Länder gehen unterschiedlich mit Voice-over um. Beispielsweise bevorzugt man in Deutschland eher neutrale Stimmen, während die Engländer Sprecher mit dem passenden Akzent lieben und in Skandinavien der Inhalt einer englischen Originalaufnahme meist am Anfang oder am Ende zusammengefasst in der Landesprache wiedergeben wird.

Techniken für ein Voice-over im Hörfunk

Wenn fremdsprachige Interviews, Pressekonferenzen oder andere Unterhaltungen im Radio gesendet werden sollen, wird mit Voice-over die Stimme des Synchronsprechers so darüber gelegt, dass der originale Ton noch zu hören ist. Im Optimalfall vergisst der Hörer den Synchronsprecher und glaubt in dem Moment, die Fremdsprache zu verstehen. Solche Aufnahmen werden vor allem bei aufwendig produzierten Sendungen eingesetzt. Bei kurzen Ausschnitten oder Aufnahmen hingegen ist häufig nur zu Beginn und am Ende der Aufnahme der Originalton zu hören, weil sich damit Sendezeit sparen lässt und die Originalaufnahme weniger Raum benötigt.

Im Film ist Voice-over auch ein beliebtes Stilmittel

Auch in der Filmindustrie nutzte man Voice-over zuerst meist für Übersetzungen in Dokumentationen oder Berichten. In den 1940er Jahren entdeckte man dann zusätzliche Möglichkeiten. Die Stimme des Akteurs wird über eine Szene gelegt, um die Handlung damit zu verdeutlichen und auch historische Zusammenhänge oder eine Vorgeschichte lassen sich damit einfach erklären. Auch eine ironische Note lässt sich mit Voice-over einbringen, denn die Handlungen der Figuren können im starken Kontrast zu deren Gedanken stehen, die per Voice-over dem Zuschauer vermittelt werden. Die zusätzliche Tonspur kann auch nach der Fertigstellung eines Films hinzugefügt werden. Diese Möglichkeit nutzen Regisseure vor allem, wenn sie den Eindruck haben, dass der Zuschauer dem Geschehen besser folgen kann, wenn er zu den Bildern der Szene zusätzliche Informationen von den Stimmen der Figuren oder einer Erzählerstimme erhält.